L O A D I N G
Wie können Unternehmen SALE-Phasen und Rabattaktionen gezielt einsetzen?

Wie können Unternehmen SALE-Phasen und Rabattaktionen gezielt einsetzen?

Inzwischen ist gefühlt das ganze Jahr über Sale. Früher gab es noch eindeutig Sommerschlussverkauf und Winterschlussverkauf, um die Lager und den Verkaufsraum leer zu machen für die Ware der kommenden Saison. Für Unternehmen ist es inzwischen schwierig sich von den vielen Sale-Phasen und Rabattaktionen abzugrenzen und nicht jeden Schnäppchenjäger zu befriedigen.

Als Kunde finden wir inzwischen egal zu welcher Jahreszeit Artikel im Sale, Sonder-Rabatt Aktionen, Black Friday, Gutscheine zum Geburtstag, zu Jubiläen oder was einem noch so einfällt. Von Pre-Sale über Mid Season Sale zu Final Sale und den sowieso reduzierten Artikeln. Aus Kundensicht ist das auf den ersten Blick sehr verlockend, doch was macht das langfristig mit unserem Konsumverhalten?

Und wie können sich Unternehmen wieder wertiger positionieren und sich trotzdem über kurzfristige Umsatzsteigerungen und höhere Abverkäufe freuen ohne sich im Sale-Rausch zu verlieren?

Immer Sale – Was sagt das über die Wertigkeit der Produkte und das Image des Unternehmens aus?

Sollte der gewünschte Artikel gerade mal nicht im Angebot sein und ist kein Rabattcode zur Hand, da muss man meistens nicht lange warten. Aber was vermittelt das? Was macht das mit dem Wert der Produkte? Wir können alles günstig bekommen. Alles haben, was wir wollen. Aber zu welchem Preis? Die meisten Produkte werden schon so billig produziert. Das geht nur auf Kosten der Arbeiter und der Umwelt. Es wird oft auch über den Bedarf hinaus produziert. Vieles, was nicht abverkauft wird, wird am Ende vernichtet. Neue Saison, neues Sortiment. Fast Fashion und jedem Trend hinterherjagen. Das ist weder nachhaltig noch hält das Glück des Schnäppchenjägers lange an.

Das wirkt sich auch oft negativ auf das Bild der Marke und das Unternehmen aus. Denn wenn Unternehmen nur noch verkaufen können, wenn die Produkte super günstig sind und mit ständigen Rabattaktionen geworben wird, verankert sich das (oft unterbewusst) in den Köpfen der Menschen. Möchte man sich als Unternehmen so positionieren?

Wie können Unternehmen Rabattaktionen clever und zielführend umsetzen?

Natürlich können Sale Phasen und Rabattaktionen verkaufsförderlich für Unternehmen sein, aber sie sollten zu den gewünschten Zielen passen und nicht unüberlegt umgesetzt werden. Das heißt, zuerst muss man sich klar werden, welche Ziele umgesetzt werden sollen. Die passenden Maßnahmen können je Ziel ganz unterschiedlich Sinn machen.

Mögliche Ziele von Rabattaktionen könnten sein:

  1. Platz im Lager schaffen
  2. Umsatzschwache Zeiten aufbessern
  3. Neue Kunden anlocken
  4. Kundenbindung
  5. Aufmerksamkeit steigern
  6. Gewinn erhöhen
  7. Preisimage kommunizieren

Mögliche Rabattaktionen könnten sein:

  1. Anstatt 20% auf das gesamte Sortiment zu vergeben, lieber Rabatte nur auf ausgewählte Artikel geben. Das gibt dem Kunden außerdem mehr das Gefühl, echte Rabatte zu bekommen und wirklich etwas zu sparen, ohne dass ein Bild von “bei uns ist eh alles billig” entsteht.
  2. Für das Ziel Kundenbindung kann ein Rabatt für den nächsten Einkauf sinnvoll sein. Das ist betriebswirtschaftlich auch schlau, denn der Nachlass wird so auf zwei Käufe verteilt. Zudem ist es meistens günstiger einen Kunden zu binden, als Neue zu werben.
  3. Mit einem Mengenrabatt kann man nicht nur auf mehr Abverkäufe hoffen, sondern bei Onlineverkäufen vielleicht sogar, dass sich Kunden zusammentun. Sammelbestellungen sind besser für die Umweltbilanz als einzelne Sendungen.
  4. Happy Hour. Das kennt man bereits aus Cocktailbars. Aber das Prinzip kann man auch auf umsatzschwache Zeiten anwenden, um den Betrieb auch dann auszulasten, wenn weniger gekauft wird. Hier kann man auch kreativ werden und sich von der Konkurrenz abgrenzen. Wenn es Rabatte oder andere Aktionen gibt, wenn kaum ein Anderer sie macht, ist die Aufmerksamkeit oft größer.
  5. Aktionen zeitlich begrenzen. Die zeitliche Verknappung ist ein psychologisches Mittel, um Verkäufe in einem stark begrenztem Zeitraum zu steigern. Das darf aber nur sparsam verwendet werden. Wenn der Kunde feststellt, dass die Aktionen immer wieder stattfinden, verpufft die Wirkung rapide. Das gilt auch, wenn der Kunde weiß, dass diese Verknappung nur werberisch genutzt wird, da die Artikel beispielsweise sonst auch reduziert sind.

Insgesamt gilt, Rabattaktionen und Sale-Artikel sollten Unternehmen sich gut überlegen. Sie sollten definitiv zu den gewünschten Zielen passen und sollten aus der (langfristigen) Sicht der Kunden betrachtet werden.

Das heißt auch:
Rabattaktionen und Sale ja, aber nicht um jeden Preis. Sondern gut überlegt, zielführend und das (langfristige) Image im Blick behaltend.

Hochwertige Produkte für mehr Nachhaltigkeit

Neben den gezielt und sparsam eingesetzten Rabattaktionen und Sale-Phasen sollte generell mehr auf die Produktion von hochwertigeren Produkten gesetzt werden. Weniger ist mehr: Wenn wir wieder anfangen auf Sachen zu sparen und uns freuen, wenn wir sie uns dann irgendwann leisten können, entsteht wieder eine Wertigkeit und langfristige Freude an den wirklich benötigten Dingen. Mit einem guten Gefühl, wenn sie nachhaltig produziert wurden. Wenn die Menschen, die die Sachen produziert haben auch ihre Familie davon ernähren können. Weniger ist mehr merkt jeder, der nicht in einer Flut von Dingen erstickt und die Dinge die er besitzt wertschätzt und sie auch regelmäßig nutzt.

Ein Blick in die Zukunft?

Für Händler von nachhaltig und fair produzierte Waren ist es zwar schwierig sich von dem Billigwahn und Schnäppchenlust abzugrenzen, aber nicht unmöglich. Aber immer mehr Menschen erkennen wieder den Wert der Produkte, denken darüber nach, wer es produziert hat und welchen Impact es auf unsere Umwelt hat. Sie sind bereit mehr für Qualität zu zahlen. Auch im Fashionbereich tut sich etwas: Immer mehr Menschen entwickeln mehr Spaß daran mit Vintage und Secondhand Klamotten zu experimentieren. Sie entdecken Mode auf eine fast schon ursprüngliche Weise für sich neu, wenn nicht auf Stangenware zurückgegriffen wird, die jeder trägt.

Das sind unsere Gedanken zum bevorstehenden Black Friday, Winterschlussverkauf und vorweihnachtlichem Kaufrausch, Pre-, Mid-, Summer- und Wintersale.

Was sind eure Gedanken dazu? Schreibt uns gerne in die Kommentare.

Nadine Deine Marketingabteilung

Dieser Beitrag wurde von Nadine Pachur geschrieben.

Als Geschäftsführerin von Deine Marketingabteilung ist sie immer auf dem aktuellsten Stand der Medienwelt und informiert euch über die neusten Trends. Alles, was sie sonst noch bewegt, schreibt sie sich für euch von der Seele.

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